
Die Aktiengesellschaft Reederei Norden-Frisia ist seit 1871 - also seit über 130 Jahren - ein zuverlässiger Partner im Schiffsliniendienst zu den ostfriesischen Nordseeinseln Norderney und Juist sowie im Seebäderverkehr.
Ausgangspunkt vom Festland für unsere Inselversorgung ist der niedersächsische Landeshafen Norddeich. Von diesem Küstenhafen mit Bahnendstation verkehren unsere Passagierschiffe, Auto- und Personenfähren ganzjährig nach festem Fahrplan. Bahnreisende können auf jedem Bahnhof und in jedem DER-Reisebüro eine bis zur Insel durchgehende Fahrkarte lösen, die die Schiffspassage im Fahrpreis mit einschließt.
Autoreisende haben die Möglichkeit, ihre Wagen unter Dach oder im Freien in unseren FRISIA-Großgaragen in Norddeich abzustellen. Die Mitnahme von Kraftfahrzeugen zur Insel ist nur nach Norderney möglich.
Schon die Schiffsüberfahrt - nach Norderney etwa eine Stunde und nach Juist etwa anderthalb Stunden - wird zu einem Erlebnis, wenn Sie an Deck das Seeklima genießen oder es sich in einem der komfortablen Salons bequem machen.
Wir wünschen Ihnen jedenfalls eine angenehme Überfahrt und - je nachdem - einen erholsamen oder erfolgreichen Inselaufenthalt.

Als der Landphysikus Dr. von Halem das erste, im Jahre 1794 gegründete deutsche Seebad Doberan an der Ostsee besucht hatte, "um sich eine genaue Kenntnis davon zu verschaffen, was für die Errichtung einer Seebadeanstalt notwendig sei", unterbreitete er 1797 den ostfriesischen Landständen Vorschläge und Forderungen für die Gründung einer Anstalt auf Norderney. Die wichtigste Voraussetzung lautet, "daß in der Badezeit täglich ein Schiff nach dem Deiche führe, das für einen bestimmten Preis Passagiere und Sachen abhole und zurückbrächte und das Publikum nicht mehr bloß den Launen des Vogts ausgesetzt ist, ob er eins schicken will oder nicht ..." Erst nachdem diese Verbindung zugesichert werden konnte, wurden dem königlich-großbritannisch-hannoverschen Medizinalrat jährlich 500 Taler für die Errichtung und den Ausbau des Badeortes zur Verfügung gestellt.
Aus diesem täglich einmaligen (bei günstigem Wetter!) Fährschiffsverkehr während der Sommermonate - zu dem der Weg per Wagen durchs Watt hinzukam - ist heute eine fast stündliche Jahresverbindung mit modernen Bäderschiffen geworden. In gegenseitiger Wechselbeziehung sind Verkehrsmittel und Kurgastzahl gewachsen. Es gibt kaum eine so erregende und vielgestaltige Entwicklungsgeschichte der Seefahrt, wie sie Norderney für die gesamte deutsche Nordseeküste bietet: z.B. Segelschiffahrt - hölzerne Raddampfer "Sottewer" - eiserne Schraubendampfer - moderne Autofähren; harter Wettbewerb der Reedereien von der Elbe, Weser und Ems her - sowie auf lokalem Felde; hafenloses Ausbooten auf der Reede durch hochrädrige Wagen - technisch vollendete Hafenanlagen; von der abenteuerlichen langen Seereise zur erholsamen Kurz-Lustfahrt; nie erlahmende Bemühungen der Badekommissare und des Kurparlaments um Verkehrsverbesserungen, oft unter Einschaltung von Ministern, Fürsten und Königen - wenig förderndes Entgegenkommen, ja Schwierigkeiten wegen geringer Einsicht seitens vieler Behörden.
Dabei ist die Gründung der ersten Reederei in Norden vor hundert Jahren der Insel Juist in gleicher Weise wie Norderney gedacht worden, obgleich für Juist die topographischen Verhältnisse ungleich ungünstiger gelagert waren und noch heute sind. Nur aus dieser Sicht sind die weitschauenden und kostspieligen Pläne der Reederei, deren Ausführung in dem ständig steigenden Verkehr und den Naturgewalten zum Trotz angepaßtem Maße die fast unbekannte Insel Juist sehr bald in die vordere Reihe der deutschen Nordseebäder brachten, zu verstehen: für den Wattverkehr besonders geeignete Schiffe, den Bau eines Schiffsanlegers, die Verbindung zum Ort - zuerst durch Pferde-, dann durch Motorbahn - der Bau eines modernen Bahnhofs, ganzjährig tägliche Verbindungen u.a.
Dieser Entwicklung etwas ausführlicher nachzuspüren, erscheint für das Verständnis des mehr als 100-jährigen Reedereibestehens um so mehr erwünscht als sich dabei vielleicht einige Hintergründe aufdecken lassen, warum sich u. a. das Eisenbahnnetz bis Emden dann direkt bis Norden und zuletzt bis Norddeich und bis zur Dampferanlegestelle vorschob und so zu Dampferverbindungen von Leer und dann von Emden aus nach Norderney verlockte, und wieso später die erste Reederei auf dem Festland in Norden und nicht auf den Inseln, erst viel später auf Norderney eine zweite gegründet wurde und wie beide in die Reederei Norden-Frisia fusionierten, und warum die Reedereien stets aus eigener privatwirtschaftlicher Kraft und niemals durch Subventionen geschaffen wurden. 
Norderney - Chronik einer Insel |
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